Eigentlich sollte der Eintrag gestern der letzte für das Jahr 2012 bzw. vor dem Weltuntergang sein. Doch ganz ohne persönlichen Rückblick auf die Saison 2012 geht es dann doch nicht. In einem Satz zusammengefasst war das zu Ende gehende Laufjahr für mich eines der wichtigsten, ohne dass sich dies auch nur im Ansatz in irgendeiner Ergebnisliste zeigen würde: Im Frühjahr mit Übertraining bei jedem Rennen durchgereicht, den Marathon in Mainz auf Sicherheit in 2:50 durchgelaufen und bei den anschließenden Starts stets unter Wert geschlagen. Dies ist die eine Seite der Medaille, die erkennbare. Nicht bzw. nur für wenige zu sehen ist die andere. Dort steht ein Lernprozess auf den kurzen Trainingsstrecken, ein Laufstil, erstmals seit der schweren Verletzung Anfang 2008 wieder in Richtung Normalität tendiert. Dort sind 200m-Tempoläufe mit Spikes in 31 Sekunden ebenso eingraviert wie ein Wettkampf über 1500m mit dem Gefühl, diese Strecke mit Anstand laufen zu können.
| Adventslauf 2012 - jenseits von "Gut" und Böse" |
Der Weg zu einer auch in den Resultaten erkennbar zufriedenstellenden Saison ist weit. Wie weit, dies wurde in den vergangenen Tagen besonders deutlich. Am Sonntag lief ich den ersten Wettkampf nach der Pause ausgerechnet beim Heimspiel in Ebersheim. Nach 39:21 über 10 harte Kilometer mit vielen Wellen und Anstiegen ließ ich es austrudeln. Damit war ich etwa 90 Sekunden langsamer als es um diese Jahreszeit auf dieser Strecke normal wäre. Alles andere wäre aber auch einem Wunder gleich gekommen. Schließlich war kaum zu erwarten, dass ich 4 Wochen nach einer zweiwöchigen Sportpause bessere Ausdauerwerte aufweisen würde als am Ende einer in dieser Hinsicht schwachen Saison. Die Enttäuschung hielt sich denn auch in Grenzen. Und gestern Abend lief ich die beiden 1000er zu Beginn der Trainingseinheit auf der schweren Mulchbahn im Stadion (wer die kennt, weiß, wovon ich rede) bereits wieder in 3:41min. Und zwar ohne ans Limit zu gehen. Da war sie wieder, die zweite Seite der Medaille!
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