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Montag, 1. Juli 2013

Und los, die zweite!

Wo ein Wille ist, ist ein Weg, aber wenn der nicht in die gewünschte Richtung führt, muss man über ausreichend Realitätssinn haben, um umzukehren. Der Plan von Anfang Mai war, den im März und April eingehandelten Rückstand bei der wettkampfspezifischen Ausdauer halbwegs zu kompensieren und aus der guten Form am Ende der Crosssaison Kapital zu schlagen. Der Plan ging nur ein paar Wochen auf, dann unterbrach eine angeknackste Rippe die gerade begonnene Aufholjagd. Die Ergebnisse der ersten Test-Rennen waren allerdings noch ernüchternder als befürchtet. Der sehr schwachen 20:03 beim Firmenlauf in Frankfurt folgte eine ähnlich einzuordnende 29:05 über 8,2km (6. Ges., 1. M45) beim Mainzer Drei-Brücken-Lauf. In beiden Rennen blieb ich etwa 30-45 Sekunden über dem, was ich selbst als "normale" Leistung eingestuft hätte. Danach war klar, dass brauchbare Bahnleistungen vor der Sommerpause nicht mehr möglich sein würden. Entprechend leicht viel die Entscheidung, erst einmal rauszugehen aus den Wettkämpfen und rein in die Basisarbeit. Ziel ist, in den noch verbleibenden 2 Wochen schon einmal mit dem Aufbau für die Herbstsaison zu beginnen, um nach der obligatorischen (verkürzten) Regenerationsphase leichter hineinzufinden. Schließlich wartet im August dann eine komplette Marathonvorbereitung auf mich. Aus diesem Grund erfolgte die Teilnahme am 8. Run for Children dann auch aus dem vollen Training heraus. Immerhin zeigte sich dabei, dass sich die Unterdistanzarbeit der letzten eineinhalb Jahre immer mehr auszahlt. Bei insgesamt 27 400m-Läufen, aufgeteilt in drei Schichten von jeweils einer Stunde, spulte ich beständig Zeiten von 73-79sec ab. Und dies obwohl keine einzige Runde wirklich Innenbahn gelaufen werden konnte. Das ein oder andere Mal trug es mich in der Kurve sogar auf Bahn 4 raus... ;-). Dies zumindest ist in meiner Alterklasse doch schon ganz ordentlich für ein intensives Training, oder?

Dienstag, 4. Juni 2013

1. Stiftungslauf St. Laurentius Ebersheim

Am vergangenen Donnerstag fand der 1. Ebersheimer Stiftungslauf zugunsten der Pfarrstiftung St. Laurentius statt. Ursprünglich hatte ich geplant, von den insgesamt drei Stunden der Veranstaltung gut zwei Stunden als Einzelläufer unterwegs zu sein. Anschließend wollte ich mit einigen Läufen in einer Staffel die 30km voll machen. Am Ende kam es dann anders, die Staffel kam selbst klar und ich lief die Einzelrunden auf eigene Rechnung. Mit 37 Runden a 1km war somit der längste Trainingslauf nach langer Zeit absolviert. Das Tempo lag bei 4:36/km, also ganz ordentlich auf der welligen Runde. Nachdem ich so gut klar kam, reiften die Pläne für einen Herbstmarathon noch schneller. Mitte Oktober werde ich laufen und bastle auch gerade an einem Plan. Ich will einen ganz neuen Reiz setzen und mich auf Basis von Jack Daniels vorbereiten, wenn auch "nur" über 11 Wochen. Mehr dazu bald an dieser Stelle.

Montag, 13. Mai 2013

Viel mehr ging nicht

Das Fazit unter den gestrigen Gutenberg-Halbmarathon ist schnell gezogen. Viel mehr als die ernüchternden 1:19:15 ging wohl nicht. Und die vorletzte Woche eingefangene Erkältung, welche dann direkt in die Pollenallergie überging, spielt dabei nur ein kleine Rolle. Auch Halbmarathon ist kein Wunschkonzert. Gerade ein oder zwei ordentliche Tempodauerbelastungen waren verletzungsbedingt seit Mitte März drin. Das reicht dann einfach nicht, um die guten Werte bei der Grundschnelligkeit (kurz und sehr schnell machte der Muskel fast immer mit) umzusetzen. Auch die vergleichsweise geringen Wochenumfänge haben da nicht gerade geholfen. In den nächsten Tagen will ich nun entscheiden, wohin es nach der Sommersaison geht. Für einen vorzeigbaren Marathon (das wäre dann unter 2:45) reicht es momentan noch nicht, da fehlt eine gute Minute über den Halben. Eigentlich nicht viel, wenn ich einmal über zwei oder drei Monate sauber trainieren könnte. Wenn...

Mittwoch, 8. Mai 2013

Und los!

Mit den 2x10x100m in 17' standen gestern Abend zwei ganz kurze Serien am Ende der Frühjahrsvorbereitung. Nach dem Halbmarathon am kommenden Sonntag geht der Blick dann schon auf die kürzeren Distanzen. Leider stehe ich leistungsmäßig noch nicht ganz dort, wo ich mich gerne gesehen hätte. Zu lange musste ich auf die angeschlagene Muskulatur Rücksicht nehmen. Die Bahn-Einheit gestern war dann auch die erste seit März, die komplett beschwerdefrei war. Mal sehen, was am Sonntag schon möglich ist, die Generalprobe bei den LVR-Meisterschaften über 10000m lief jedenfallsmit 36:39 noch nicht sonderlich überzeugend. Allerdings hatten wir an diesem Nachmittag des 1. Mai auch das "Glück", einige schöne Sonnenstunden erwischt zu haben.

Freitag, 19. April 2013

Im Schatten von Boston

Es gibt Tage, an die erinnert man sich noch nach Jahren. Der vergangene Montag dürfte zumindest für die weltweite Läufer-Familie dazu gehören. Persönlich hatte ich gerade das Finale des Marathons via Livestream gesehen und mich in üblicher Ausführlichkeit dem Abendessen gewidmet, als die ersten Nachrichten von den Bomben eingingen. In diesen Stunden scheint die Suche nach den Tätern gerade zu Ende zu gehen. Was bleibt, ist Entsetzen und Mitgefühl. Doch die Läufergemeinde wird schon am kommenden Marathonwochenende sicher ein deutliches Zeichen setzen!

Von der erfolgreichen Teilnahme an einem Marathon bin ich momentan recht weit entfernt und das liegt nicht nur daran, dass ich fürs Frühjahr gar keinen geplant habe. Auch die offenbar überforderte rückseitige Muskulatur des linken Beins will noch immer nicht so recht wieder.Vor dem Hintergrund sind die etwas geringeren Wochenumfänge natürlich eine Hilfe. Obendrein habe ich mir letzte Woche beim Tempotraining selbst einen Rückschlag verpasst, als ich nach einem 200m-Tempolauf mit eben diesem Bein nicht sauber gelandet und dadurch mit hoher Geschwindigkeit ins linke Knie 'reingerannt' bin. Immerhin kann ich diese Tempoläufe jetzt wieder absolvieren und bin dabei sogar für meine Verhältnisse flott dabei. So erzielte ich am Dienstag über 7x300m auf der weichen Mulchbahn, auf die ich sicherheitshalber nochmals ausgewichen bin, mit einem 52er-Schnitt einen passablen Schnitt. Mir der dadurch ermüdeten Muskulatur kämpfe ich zwar auch drei Tage später noch, aber länger als bei diesem Training dürfte der Schritt ja nicht mehr werden. Unangenehm wird es ohnehin nur bei langsamen Einheiten, wenn ich mich zwinge das betroffene Bein wirklich sauber zu strecken und eben nicht in eine Ausweichbewegung zu geraten, wie ich es offenbar über längere Zeit getan habe. Aber was sind das schon für Probleme in Zeiten wie diesen?

Dienstag, 2. April 2013

Zwei blaue Augen


Treppenläufe an den Klippen

Nein, ich habe mir keine farbigen Linsen gegönnt und meine Augen schimmern auch nicht aus anderen Gründen neuerdings blau - allenfalls rötlich und das liegt am eiskalten Wind der Ostertage nach der Rückkehr aus Andalusien... ;-) Dennoch bin ich in Spanien offenbar mit zwei blauen Augen davon gekommen. Davon steht das eine außer Frage. Denn das Wetter in diesen 8 Tagen am Atlantik war zwar spürbar wechselhafter und kühler als gewohnt, doch mit Ausnahme eines Regentages deutlich besser als hierzulande mit tagsüber 16-20 Grad und zumindest einigen Sonnenstunden täglich. Mit dem anderen bin ich mir noch nicht ganz sicher. Der Hintergrund dazu ist körperlicher Art und bezieht sich auf die Überlastung der hinteren und seitlichen Oberschenkelmuskulatur des linken Beins, die ich mir wohl durch die teilweise sehr harten Crossläufe im Februar und März mit dem Höhepunkt in Dornstetten zugezogen habe. Der immer länger werdende Winter dürfte seinen Teil dazu beigetragen haben. Jedenfalls ging trotz Schonprogramm nach der Cross-DM in der darauffolgenden Woche nichts mehr, jedenfalls nichts mehr schmerzfrei. Das Bein ließ sich schon nach wenigen Kilometern kaum noch beugen, war dann aber nach kurzer Unterbrechung in der Regel wieder einsatzfähig. Allerdings hat dann der mehrstündige Flug über Madrid nach Conil vor allem den berühmten Sitzmuskeln den Rest gegeben. Die Schmerzen danach nennt man nicht ganz zu Unrecht "Pseudo-Ischias". Also mussten die (Trainings-)Pläne für den Aufenthalt am Meer schnell angepasst werden. Statt Tempodauerlauf und großer Runde standen viele kürzere Dauerläufe, bevorzugt am Strand oder Wanderwegen, Treppenläufe, unzählige Ausfallschritte und zielgerichtetes Dehnen auf dem Programm. Nach und nach konnten dann auch einige flotte Abschnitte in die Dauerläufe eingebaut werden. Dies alles wäre ohne die idealen Bedingungen in Conil kaum möglich gewesen, daher fallen die ausgefallenen Einheiten auf den gewohnten Strecken auch nur wenig ins Gewicht. Inzwischen verträgt der Muskel auch einen 4er-Schnitt über einige Kilometer mehr oder weniger klaglos und bergan kann ich ohnehin wg. des kürzeren Schrittes Vollgas geben. Wenn die Besserung so weitergeht, könnte es bald auch wieder deutlich schneller laufen. Hilfreich wäre dabei natürlich eine Art Frühling auch in Deutschland... ;-)

Dienstag, 12. März 2013

Cross-DM Dornstetten

Die Trainingswoche vor dem ersten wichtigen Wettkampf des Jahres verlief holprig. Die nicht einfache Oppenheimer Strecke hatte offensichtlich der sich schon in den Wochen zuvor immer mal wieder bemerkbar machenden Faszie am linken Oberschenkel nicht sonderlich gut getan. Im Ergebnis war die Muskulatur stark angespannt und die Beinbeugung deutlich limitiert. Durch einen Massagetermin am Dienstag und einen chiropraktischen Eingriff am Freitag wurde eine Teilnahme dann doch möglich. Völlig beschwerdefrei war ich aber selbst beim Einlaufen noch nicht. Umso vorsichtiger ging ich ins Rennen, was sich in Anbetracht der wirklich knüppelharten Strecke am Ende noch auszahlen sollte. Nach gut 100m auf dem Startgelänge ging es zunächst auf eine  (für einen Cross) ganz gut zu laufende 600m-Runde, bevor dann drei große Schleifen von jeweils 1,8km zu absolvieren waren. In fast allen Rennen des Tages forderte der Kurs einige Opfer, die entweder nach Sturz oder falscher Renneinteilung aufgeben mussten. In meinem Rennen der M35 bis M45 erwischte es mit Damian Kallabis sogar einen ehemaligen Top-Athleten, der jetzt in der M40 angekommen ist. Setzte er sich zunächst noch forsch an die Spitze des Rennens endete es dann bereits nach einem guten Drittel der Distanz. Ich selbst fand mich zunächst im hinteren Viertel des Feldes wieder, konnte mich aber eigentlich bereits mit dem ersten der beiden zu überwindenden Hügel Schritt für Schritt nach vorn kämpfen. Durch die drei gemeinsam laufenden Altersklassen war es natürlich schwierig, auf eine mögliche Position zu laufen. Also blieb die Orientierung am Körpergefühl und dies muss mir ganz gut gelungen sein. So sprang der 12. Platz in der AK45 (nach 29 im Vorjahr) heraus, selbstverständlich auch begünstigt durch die Ausfälle vor und während des Rennens. Mit 24 Sekunden Rückstand auf die Top 10 erreichte ich mein persönliches Ziel auch deshalb klar. Viel wichtiger aber: Im Quervergleich zur DM 2012 machte ich wie zuvor erhofft auf alle anderen Teilnehmer beider Rennen zum Teil erheblich Boden gut und ließ einige auch hinter mir. Darunter auch der ein oder andere Athlet, der 2012 erheblich bessere Leistungen ablieferte als ich selbst. Klar, das spielt die Tagesform auch ein Rolle, doch die positive Grundtendenz ist erkennbar. Das Gespräch mit meinem Trainer bezüglich der Ziele für das Frühjahr fiel dann auch nur knapp aus. Gesundheit vorausgesetzt will ich den eingeschlagenen Weg weitergehen und den Schwerpunkt auf die Bahndistanzen von 3000m bis 5000m legen, mit Ausflügen auf die Straße bis hoch zum Halbmarathon. Dies ist keine Entscheidung gegen den Marathon, sondern für die kürzeren Distanzen und natürlich auch meine Trainingsgruppe. Mit der zuletzt offenbar Früchte tragenden Trainingsmischung wäre ich mit zweiten Halbjahr ohnehin jederzeit in der Lage, auch eine Marathonvorbereitung erfolgreich zu absolvieren.  

Donnerstag, 7. März 2013

Weichenstellung

Quelle: http://www.schmitt-sportfoto.com/ über http://runnerspoint-vanman.com/
Es ist einige Zeit vergangen seit dem letzten Eintrag. Das wichtigste vorweg: Abgesehen von einer muskulären Überlastungs-erscheinung nach dem Cross in Oppenheim konnte ich das Training in den letzten Wochen ohne gesundheitliche Einschrän-kungen durchziehen. Dies ist angesichts der Grippewellen, die über uns in diesem Winter hinweggezogen sind und zum Teil auch noch ziehen, schon einmal ein wichtiger Aspekt.
Insgesamt zufriedenstellend auch die beiden Crossläufe, bei denen sich der dezente Aufwärtstrend fortsetzte. Sehr ordentlich präsentierte ich mich bei den RLP-Crossmeisterschaften in Hassloch, verpasste es aber leider, mich mit einem guten Platz in der AK-Wertung zu belohnen. Im Lauf der Klassen M30 bis M45 sicherte ich mir bei mit einer Ausnahme sehr knappen Abständen im Sprint zwar den 10. Gesamtrang, schaffte es damit aber in der stark besetzten M45 nur Platz 6. In allen anderen Klassen hätte meine Zeit von 25:21 für einen Platz auf dem Treppchen ausgereicht. Dennoch nahm ich als Erkenntnis mit, dass der Abstand zu vernünftigen Leistungen kleiner geworden ist und am Ende vielleicht auch nur ein Tick Selbstbewusstsein fehlte, um noch besser abzuschneiden. Etwas Selbstbewusstsein zu tanken galt es dann nur 6 Tage später bei den Rheinhessischen Crossmeisterschaften in Oppenheim. Dies gelang auch in weiten Teilen. In einem leider dünn besetzten Rennen lief ich sehr gleichmäßig als Laufdritter und zweiter Rheinhesse gute 70 Sekunden schneller als im Vorjahr bei einer Laufzeit von 22:09. Sehr viel schneller war ich bei dieser Veranstaltung auch in meinen besten Zeiten nicht, wobei ich ja nicht unbedingt als Crosslauf-Talent gelte. Auch deshalb bin ich selbst gespannt, wie es am Wochenende bei der Deutschen Crosslaufmeisterschaft mit einem weiteren Lebenszeichen klappt. Nachdem ich 2012 in Thüringen mit mehr als 2 Minuten Rückstand auf die TOP 10 der M45 über 6,4km gnadenlos untergegangen bin, kann es eigentlich nur besser werden. Ziel muss auf jeden Fall sein, diesen Rückstand deutlich zu vermindern. Spätestens auf der Rückfahrt aus dem Schwarzwald werde ich dann auch festlegen, wohin es im Frühjahr geht. Im "Lostopf" finden sich dabei sowohl die kurzen und mittleren Bahndistanzen, die längeren Bahnrennen und kurzen Straßenläufe als auch der Marathon. Kurzfristig muss ich jetzt aber erst einmal fit ins Wochenende kommen, doch schon der erste Besuch beim Physio war zwar schmerzhaft, aber erfolgreich, morgen geht es dann noch einmal dorthin.

Freitag, 25. Januar 2013

Arbeiterkind - Einzelkind

Du schaffst es nicht! Das ist der Tenor eines sehr lesenswerten Artikels in der ZEIT, in dem der heutige Journalist Marco Maurer Einblick in seine Lebensgeschichte als "Arbeiterkind" beim Kampf durch unser Bildungssystem gewährt. In mir als mindestens genauso Betroffenen weckt der Artikel unweigerlich Erinnerungen an die eigene Vergangenheit, die bis zum heutigen Tage geprägt ist vom permanenten Kampf gegen kleine und große Ungerechtigkeiten und nicht zuletzt auch dem Gefühl, nicht so richtig dazu zu gehören. Marco Maurer stellt den Lehrer, der ihn mit diesem "Du schaffst es nicht!" seinen Wunsch nach sozialem Aufstieg als Flausen eines Heranwachsenden aus dem Kopf hämmern wollte, zur Rede. Über diese Option verfüge ich nicht, denn Frau S., in den 80ern Deutschlehrerin am Frauenlob-Gymnasium, weilt nicht mehr unter uns. 

In meinem Fall lautete das gesprochene Urteil sinngemäß "Du kannst ja nicht mal richtig Deutsch". Und dies nur deshalb, weil man den Geburtsort Mainz aufgrund eines von der hiesigen Umgangssprache dominierten elterlichen Umfelds auch in der 5. Klasse noch deutlich heraushören konnte, wenn ich sprach. Was so etwas in einem jungen Menschen auslösen kann, ist sicher nachvollziehbar. Derart eingeordnet gingen die mündlichen Leistungen rapide in den Keller und die Motivation gleich hinterher. Das "Du schaffst das nicht" kam dann von meinen Eltern, die sich in ihren schlimmsten Befürchtungen bestätigt sahen und diesen Satz in den folgenden Jahren vor jeder von mir dann noch überwundenen schulischen wie beruflichen Hürde in den unterschiedlichsten Formen auch immer wieder ausgegraben haben. Dass die seinerzeit übliche Praxis, die Berufe der Eltern im Klassenbuch zu vermerken, nicht nur bei dem ein oder anderen Lehrer zu Vorurteilen führte, sondern einer stattlichen Zahl von Mitschülern großen Spaß bereitete, haben sie übrigens nie erfahren. In der Folgezeit bin ich sowohl einer "Ehrenrunde" als auch dem Verweis auf die Realschule mehrmals nur knapp entronnen. Und irgendwann muss dann eine Art Trotzreaktion in mir gewachsen sein, eine Art "Jetzt erst recht", die mich bis heute begleitet und mein Leben bestimmt. Meine Ausdauer und Konsequenz im Sport, trotz der mir des öfteren nachgesagten "Talentfreiheit" eine gewisse Leistung zu erbringen, dürfte ihre Wurzeln ebenfalls in dieser Vergangenheit haben.  

Insofern unterscheidet sich mein Weg von dem Marco Maurers, der sehr viel früher in die richtige Richtung gelaufen sein muss und dabei irgendwann auch Unterstützung erhielt. Daher konnte seine Historie wohlmöglich auch weniger Spuren hinterlassen als in meinem Fall. Meine objektiv betrachtet in der Tat vorhandene überschnelle Gereiztheit bei Angriffen (oder dem,w as ich dafür halte!) und das Umschalten in den Kampf-Modus ist aus diesem Dauer-Kampf heraus entstanden. Schließlich konnte sich ein gesundes Selbstbewusstsein bei einem solchen Lebensweg nur schwer entwickeln, galt es doch stets, den eigenen Wert auch da nachweisen zu müssen, wo er bei anderen einfach nur unterstellt wurde. Und sie führte irgendwann auch dazu, dass etwa das jahrelange Mobbing eines "Sportlers" wie Mark L., überregional auch bekannt geworden durch das Thema "Doping im Freizeitsport", und seiner Helfer in dem Moment nicht mehr an mir abprallen konnte, als ich mich durch meine schwere Verletzung sportlich nicht mehr "verteidigen" konnte. Und als dann der Damm einmal gebrochen war, trafen mich die Folgen derart, dass ich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen musste.

Parallelen zur Geschichte von Marco Maurer finden sich aber an anderer Stelle. Denn mit jedem Schritt heraus aus der durch die soziale Herkunft offenbar vorgegebenen Schublade des Lebens wird man leicht einsam. Denn man gehört meist nirgendwo mehr richtig dazu: In der Schule blieb man lange das Arbeiterkind zwischen dem Akademiker-Nachwuchs, mit dem man häufig schon aus finanziellen Gründen nicht mithalten konnte (und sollte). Zu Hause "auf dem Dorf" war man der Gymnasiast und später, noch übler, der Student und daher in der Regel nicht mehr gern gesehen. Soziale Bindungen blieben da meist auf wenige Personen beschränkt. Zu spüren bekam man das damals sogar im Sportverein, wo man trotz überdurchschnittlicher Leistungen und Einsatzwille nie über eine Mitläuferrolle hinauskommen sollte. Später im Studium führte dann in meinem Fall der selbst auferlegte Druck, es "dennoch" zu schaffen, zu einem Studentenleben, das mir kaum Zeit ließ, neue Kontakte zu knüpfen und soziale Beziehungen zu pflegen. Noch heute muss auch ich den meisten Menschen aus dem heimatlichen Umfeld übrigens erst einmal beweisen, dass ich nicht der überhebliche Akademiker bin, für den sie mich erst einmal halten - Unschuldsvermutung gibt es da in der Regel nicht. Und leistet man sich doch einmal einen kleinen "Ausrutscher", der in anderen Fällen vielleicht mit einem Augenzwinkern durchgewunken würde, ist man rasch "zurück auf Los". Umgekehrt werde ich bei Klassentreffen am Gymnasium von ehemaligen Mitschülern und Lehrern manchmal genauso kritisch beäugt, weil ich offenbar einen ganz anderen Weg gegangen bin, als den, den man mir zugedacht hatte.

Vieles von dieser Geschichte würde sich heute so nicht wiederholen. Vieles davon ist auch eigenen Fehlern und Fehleinschätzungen und nicht dem Bildungssystem geschuldet. Doch von wirklicher Chancengleichheit sind wir an vielen Stellen auch heute noch weiter entfernt, als es uns viele Politiker einreden wollen. Und dabei ist es meines Erachtens übrigens nicht der Weisheit letzter Schluss, Schulformen umzubenennen und aller Schüler in einen Topf zu werfen. Dies geht an den tatsächlichen Hürden, die "Arbeiterkinder" und ihre Nachfolger beim sozialen Aufstieg überwinden müssen, vorbei. Ich gehöre zu dem kleinen Prozentsatz, der es bis zu den höheren Weihen unseres Bildungssystems geschafft hat. Daher habe ich längste meinen Frieden mit der Vergangenheit gemacht. auch wenn bestimmte Narben nie verschwinden dürften. Doch ich bin sicher, dass es viel mehr von unserer Sorte geben würde, wenn man sie denn ließe.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Mein Laufjahr 2012

Eigentlich sollte der Eintrag gestern der letzte für das Jahr 2012 bzw. vor dem Weltuntergang sein. Doch ganz ohne persönlichen Rückblick auf die Saison 2012 geht es dann doch nicht. In einem Satz zusammengefasst war das zu Ende gehende Laufjahr für mich eines der wichtigsten, ohne dass sich dies auch nur im Ansatz in irgendeiner Ergebnisliste zeigen würde: Im Frühjahr mit Übertraining bei jedem Rennen durchgereicht, den Marathon in Mainz auf Sicherheit in 2:50 durchgelaufen und bei den anschließenden Starts stets unter Wert geschlagen. Dies ist die eine Seite der Medaille, die erkennbare. Nicht bzw. nur für wenige zu sehen ist die andere. Dort steht ein Lernprozess auf den kurzen Trainingsstrecken, ein Laufstil, erstmals seit der schweren Verletzung Anfang 2008 wieder in Richtung Normalität tendiert. Dort sind 200m-Tempoläufe mit Spikes in 31 Sekunden ebenso eingraviert wie ein Wettkampf über 1500m mit dem Gefühl, diese Strecke mit Anstand laufen zu können.
Adventslauf 2012 - jenseits von "Gut" und Böse"
Letzteres musste naturgemäß zu Lasten meiner größten Stärke, der Ausdauer, gehen. Leider ist es mir erst im Herbst ansatzweise gelungen, das Training besser auszubalancieren. Das dies so viel Zeit in Anspruch nahm, war und ist natürlich der Trainingsphilosophie geschuldet, mit der ich seit Jahren erfolgreich auf den langen Strecken unterwegs war. Dass diese nicht zum sportlichen Hauptziel des Jahres passte, war zwar klar, wurde aber von mir nicht immer berücksichtigt. Im Ergebnis waren die Leistungseinbußen auf den Strecken ab 10km dadurch viel größer, als sie hätten sein müssen. Die Herausforderung für 2013 wird sein, die Abwärtsspirale zu stoppen und in die andere Richtung zu drehen. Darauf freue ich mich. Die nächsten Trainingswochen bis zur Beginn der Cross-Saison werden ganz diesem Ziel untergeordnet. Ein Trainingslager im alten läuferischen Umfeld passt da nicht rein und wird es auch nicht (mehr?) geben. Der Verzicht wurde mir von diesem Umfeld allerdings auch sehr leicht gemacht. Sportlich gesehen kann ich das ausbalancieren, menschlich ist es einer der größten Enttäuschungen der letzten Jahre. Nicht viel anders geht es mir inzwischen bei den meisten Laufveranstaltungen in der Region, wo ich auch deshalb nur noch selten zu Gast bin. Mehr als kompensiert wird dies allerdings durch das wöchentliche Training mit meiner neuen Trainingsgruppe, das ich schon nach einem Jahr nicht mehr missen möchte.

Der Weg zu einer auch in den Resultaten erkennbar zufriedenstellenden Saison ist weit. Wie weit, dies wurde in den vergangenen Tagen besonders deutlich. Am Sonntag lief ich den ersten Wettkampf nach der Pause ausgerechnet beim Heimspiel in Ebersheim. Nach 39:21 über 10 harte Kilometer mit vielen Wellen und Anstiegen ließ ich es austrudeln. Damit war ich etwa 90 Sekunden langsamer als es um diese Jahreszeit auf dieser Strecke normal wäre. Alles andere wäre aber auch einem Wunder gleich gekommen. Schließlich war kaum zu erwarten, dass ich 4 Wochen nach einer zweiwöchigen Sportpause bessere Ausdauerwerte aufweisen würde als am Ende einer in dieser Hinsicht schwachen Saison. Die Enttäuschung hielt sich denn auch in Grenzen. Und gestern Abend lief ich die beiden 1000er zu Beginn der Trainingseinheit auf der schweren Mulchbahn im Stadion (wer die kennt, weiß, wovon ich rede) bereits wieder in 3:41min. Und zwar ohne ans Limit zu gehen. Da war sie wieder, die zweite Seite der Medaille! 

Dienstag, 18. Dezember 2012

Das Kapital und der Sport

Die Allgemeine Zeitung berichtet in der Ausgabe vom 18. Dezember auf der ersten Sportseite über die Wahl der Sportler des Jahres 2012. In dem Artikel geht es fast ausschließlich um die Siegerin bei den Frauen, Magdalena Neuner. Die Mannschaft des Jahres, der Ruder-Achter, wird ebenso nur in einem Nebensatz erwähnt wie der Sieger bei den Männern, Robert Harting. Dabei haben sich diese doch gegen höher gewettete "populärere" Konkurrenten durchgesetzt. An den Sieg Hartings gegen Sebastian Vettel dürften selbst viele Leichtathletik-Fans nicht so richtig geglaubt haben. Harting wird dann immerhin noch mit einem Zitat aus seiner Dankesrede "gewürdigt". Dass der Redaktion dabei ein etwas peinlicher Tippfehler unterlaufen ist, kann man als mangelnde Sorgfalt interpretieren. Wer um mehrere Ecken denkt, könnte auch auf andere Interpretationsmöglichkeiten stoßen. Denn Sorgfalt hat meist auch etwas mit Wertschätzung zu tun.
Mainzer Allgemeine Zeitung v. 18.12.2012
Auch in seinem Kommentar widmet sich der zuständige Redakteur ausschließlich Magdalena Neuner. Der Autor lehnt sich dabei recht weit aus dem Fenster und würdigt das frühe Karriereende der Biathletin nochmals als richtige und weitsichtige Entscheidung. Die Begründung: Ihr stünden jetzt alle Türen offen, als Fotomodell für Dessous (!!), Designerin von Strickmoden und als Gast in Talkshows! Anders formuliert: Der Rubel rollt, weil sie nicht nur hübsch ist, sondern sich auch zum richtigen Zeitpunkt verabschiedet hat. Ein langsames Ausklingen der Karriere, vielleicht noch getrübt durch "Niederlagen" gegen dann deutlich jüngere Konkurrenten hat sie sich erspart. Kompliment! 

Selbstverständlich hat jeder Athlet das Recht selbst zu entscheiden, wann Schluss ist. Hier geht es also nicht um eine Kritik an Magdalena Neuner, deren Entscheidung durchaus nachvollziehbar ist. Man führe sich etwa vor Augen, wie ein Michael Schuhmacher von Teilen der Presse am Ende demontiert wurde. Am spätestens hier sei die Frage erlaubt, ob dies nicht eher ein Zeichen heruntergekommener Wertvorstellungen ist als eines zu späten Karriereendes? Man könnte ja auch auf die Idee kommen, dass Magdalena Neuner vielleicht ihrer Vorbildfunktion (noch) gerechter geworden wäre, wenn sie sich ein paar Jahre mehr aktiv in den Dienst ihres Sports gestellt hätte. Man könnte ebenso fragen, ob Gewinnmaximierung in eigener Sache in einer olympischen Sportart ("dabei sein ist alles?!") das einzig wahre Kriterium ist, auf das es ankommt. Vielleicht findet man es ja sogar erwähnenswert, dass mancher Leistungssportler seine Sportart so sehr liebt, dass er sie auch dann noch betreibt, wenn er aus Altersgründen nicht mehr unter den Besten der Besten steht. Möglicherweise findet man sogar erfolgreiche Seniorensportler, die gerade deshalb ein Vorbild für die Jugend sind, weil sie den Sport als unverzichtbare Konstante ihrer Lebens nicht missen wollen?

Damit nicht genug: Unter Umständen kommt ein Sportjournalist sogar auf eine total verrückte Idee. Er könnte über das blanke und noch dazu missverständliche Zitat Hartings hinaus auf dessen grundsätzliche Systemkritik eingehen, statt ausschließlich über die Verdienstmöglichkeiten einer zweifellos hübschen und sympathischen Magdalena Neuner in der Welt der Dessous-Mode zu spekulieren? Nicht völlig auszuschließen, dass er dabei sogar auf den Gedanken kommt, dass das eine - die Kritik Hartings - mit dem anderen - seinen eigenen Bewertungsmaßstäben - etwas zu tun haben könnte. Schließlich und endlich könnte sogar das aktuelle Top-Thema des Sports den Inhalt eines solchen Kommentars bereichern. Immerhin widmen sich weite Teile der Sportberichterstattung aktuell ja den Bedürfnissen einer zahlenmäßig überschaubaren Menge von Menschen, die meist nicht einmal selbst aktiv Sport betreiben. Stattdessen sind sie "Fans" einer vom "Kapital" besonders luxuriös getragenen Sportart. Kapital, das übrigens auch von mir für Dauerkarten, Getränke, Feuerwürste und Co. Jahr für Jahr für eine Sportart mit aufgebracht wird. Und dennoch bin ich ganz bei Robert Harting.
  

Mittwoch, 28. November 2012

Leinen los, die Schonzeit ist vorbei!

Die Schonzeit ist vorbei, schrieb Sören Kah gerade in seinem Blog. Dieses Motto galt gestern Abend auch für mich, wenn natürlich auch auf nach wie vor bescheidenem Niveau. Bereits wieder zwei Wochen Wintertraining mit 74 und 90 Wochenkilometern, das erste Schnuppern auf der Bahn und ein längerer intensiver Dauerlauf in den Weinbergen (12,5km in 4:22/km) wirken sich positiv aus: Es geht schon wieder etwas leichter, das Dauerlauftempo wird Sekunde um Sekunde schneller und die zweiwöchige Zwangspause ist fast schon vergessen. Mit diesem guten Gefühl ging ich gestern zum zweiten Mal ins Vereinstraining, wo das Programm der Vorwoche erneut zu absolvieren war. Bis auf die 200er liefen wir dieses Mal nur zu zweit. Doch für mich erwies sich dies als ideale Fügung, musste ich einfach nur hinter einem schnelleren Mittelstreckler herlaufen, der auf den (für ihn) längeren Distanzen aber nicht weit weg ist. Die 2km um die Uni absolvierten wir dann auch gemeinsam in 7:31, also immerhin 19 Sekunden schneller und noch mit einer gewissen Reserve. Insbesondere bei den 200ern fühlte ich mich weit lockerer als zuletzt, der Schritt wird wieder sauberer. Die 35sec im Schnitt mit Straßenschuhen auf nasser Bahn so früh im Winter machen mir fast ein wenig Angst. Im Sommer rannte ich mit Spikes und voller Anstrengung gerade einmal 31 Sekunden! Beginnt das eingeschobene Jahr Mittelstreckentraining endlich Früchte zu tragen? Ok, die 1000er auf der feuchten Mulchbahn inklusive der 10 Treppenstufen waren dann nicht mehr leicht, da ging es erstmals in die Nähe der aktuellen Grenze. Der Lohn der Mühen: 3:47 und 3:43, also 10 und 14 (!) Sekunden schneller als in der Vorwoche. Eines ist sicher: Einen solchen Zeitsprung werde ich in der gesamten Saison sicher nicht wiederholen können.... ;-)

Mittwoch, 21. November 2012

Zink sei Dank

Auch wenn uns Ökotest im Frühjahr gerade wieder einmal erklärt hat, Zink helfe nicht bei der Bekämpfung von Infekten oder auch als Stütze des Immunsystems, spricht meine eigene Langzeitstudie im Selbstversuch eine andere Sprache. Ob da Placebo eine Rolle spielt, ist mir persönlich auch relativ gleichgültig. Aktuell sah es am Sonntag jedenfalls nicht so aus, dass ich schon zwei Tage später völlig unbeinträchtigt vom kaum noch verstopften Riechorgan erstmals wieder im Vereinstraining auf der Bahn stehen (und laufen) würde. Mehr als die 30mg Zink am Sonntag und Montag sowie mein Meerwassernasenspray habe mir jedenfalls an Medikation nicht gegönnt. Klar, es ging ja auch nur darum, wieder rein zu kommen und dem Körper einige wenige erste Signale zu geben, dass es bald vorbei ist mit dem Tiefschlaf. Keine wirklich harte Belastung also.
Erfreulicherweise waren auch die muskulären Probleme nach der zweiwöchigen Auszeit verflogen. Der Trainer hatte eine interessante kleine Serie von 2km Tempodauerlauf um die Uni, 5x200m auf der Bahn und abschließend 2x1000m auf der Mulchbahn aufgeschrieben. Tempovorgaben gab es für mich keine, also rannte ich stets dem Körpergefühl gehorchend hinter den jungen Mittelstrecklern her. Mit 7:50 für den TDL, 37-39 Sekunden für die 200er und jeweils 3:57 für die Tausender blieb ich dann auch brav einige Sekunden über meinem Schwellentempo, das nach dem Zwischenjahr als verhinderter Mittelstreckenläufer zuletzt schon langsam genug war. Noch ein paar Stabis hinten drauf und froh gelaunt ging es wieder nach Hause. Der erste Schritt ist gemacht, jetzt freue ich mich schon auf den flotten Dauerlauf am Freitag!

Montag, 19. November 2012

Die Nase voll

Nein, keineswegs habe ich nach einer Woche Wintertraining schon wieder die Lust verloren. Die Nase ist dennoch voll, aber eben im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Schnupfen-Welle hat am Wochenende auch mich erreicht. Möglicherweise war die Stunde Radfahren am Freitagabend bei 4 Grad nicht die beste aller möglichen Ideen, vielleicht habe ich mir aber auch einfach nur etwas eingefangen. Als Sportler neigt man ja dazu, jedwede körperliche Reaktion auf das Training und unzureichende Regeneration zurückzuführen. Na ja, immerhin der mit 21km erste etwas längere Lauf seit längerer Zeit am Samstagvormittag blieb davon noch unbeeinträchtigt. Ich zog dabei, auch angesichts der noch nicht abgeschlossenen Rübenernte, zwei mit etwas mehr als 100 Höhenmeter nicht eben flache Runden auf unserer Adventlaufstrecke in den Weinbergen einer längeren Runde auf leichterem Geläuf vor. Das Tempo blieb gleichmäßig bei noch sehr gemäßigten 5:09/km im Schnitt stehen, die Herzfrequenz (wenn der Garmin denn mal brauchbare Werte anzeigte) bei knapp unter 140 Schlägen gerade noch im extensiven Bereich. Sonntag folgte dann lediglich eine halbe Stunde Jogging im 6er-Schnitt, sodass für die 1. Trainingswoche 74km zu Buche stehen. Dienstag geht es dann erstmals wieder ins Vereinstraining, wenn die Nase es denn zulässt. Anderenfalls hätte ich sie dann doch noch einmal voll - im anderen Sinne... ;-).

Freitag, 16. November 2012

Revierbesuch

Die ersten drei Trainingseinheiten waren insgesamt zwar keine Qual, aber es knirchte doch kräftig im Gebälk. Irgendwie wusste der ansonsten "gesunde" (o.k., Frau Hautärztin wäre jetzt anderer Meinung) Körper doch nicht, was er von einer zweiwöchigen Phase des herumgammelns halten solle und reagierte angefressen. So nach dem Motto: Erst wolltest du nicht, jetzt mag ich nicht, jedenfalls nicht ganz ohne mich zu wehren. Der "extensive" 10er in 5:10/km im gewohnten Mittwochs-Sandwich zwischen Job und Hallentraining mit den Kids spricht da eine mehr als deutliche Sprache. Entsprechend vorsichtig ging es beim ersten Besuch auf der Laufbahn in diesem Winter zur Sache. Lediglich 20x400m an der unteren Grenze des Schwellenbereichs (etwa 1:42 pro Runde) mit 200m Trabpause sollten es sein, eine leicht abgemilderte Greif-Einheit also. Und es lief dann doch, sogar besser als erhofft. Alles im geplanten Tempo oder etwas schneller und eigentlich nie gefühlt am Limit, so soll es ja auch sein. Nur die stabilisierende Muskulatur war immer präsent, doch diesbezüglich hat der Physio-Termin heute Morgen auch noch etwas Linderung verschafft. Morgen sollen dann erstmals wieder 20km auf der Uhr stehen.

Mittwoch, 14. November 2012

Dieser Anfang ist besonders schwer

Nach fast zwei Wochen geplanter Zwangspause wurden am Montag die Fäden an beiden Wunden gezogen. Ein auffälliges Muttermal und eine größere verdächtige Hautstelle bin ich jetzt los. Schon am Abend ging es endlich wieder auf die Piste. Überdeckte bei dieser ersten lockeren Einheit über 10km (6:04/km) die Freude über den Wiedereinstieg noch die absehbaren Folgen einer solchen Auszeit, artete die zweite Jogging-Einheit fast schon in einen kleinen Kampf aus. Selten habe ich für 14km in einem glatten 6er-Schnitt so arbeiten müssen. Und danach ein Gefühl wie nach einem Halbmarathon am Anschlag. Donnerstag steht die erste etwas flottere Einheit auf dem Plan. Ich bin gespannt! Nur gut, dass die ersten Ziele der neuen Saison noch weit weg sind.